Foto: Marco Keller Drei Jungen schauen in die Kamera in einer Stadt auf der Straße Foto: Marco Keller

Medellín: Zuhause für Straßenkinder und Kindersoldaten

Junge Menschen, die in Medellín auf der Straße gelebt haben, bekommen bei Don Bosco ein neues Zuhause. Eine ganzheitliche Versorgung soll ihnen helfen, ihre oft traumatische Vergangenheit zu verarbeiten. Auch Bildungs- und Ausbildungsprogramme stehen zur Verfügung.

Veröffentlicht am 29.07.2022

Ciudad Don Bosco, Medellín

Hilfen für ehemalige Straßenkinder, Kinder in Not und ehemalige Kindersoldat/innen

Förderbedarf: 18.000 Euro Projekt unterstüzen

In der Don Bosco Einrichtung Ciudad Don Bosco in Medellín wohnen Kinder und Jugendliche, die auf der Straße gelebt haben und familiär bedingt großen Risiken ausgesetzt waren, ehemalige Kindersoldaten und -soldatinnen sowie Kinder und Jugendliche in Risikosituationen. Die Ciudad Don Bosco öffnet diesen jungen Menschen die Tore und bietet ihnen ein neues Zuhause, ganzheitliche Versorgung und psychologische Unterstützung, um ihre oftmals traumatische Vergangenheit zu verarbeiten sowie verschiedenste Bildungs- und Ausbildungsprogramme.

Straßenkinder sind sich selbst überlassen

Mit seiner von Drogenkriegen geprägten Geschichte galt Kolumbien lange Zeit als eines der Krisenländer Lateinamerikas. In den letzten Jahren konnte Kolumbien die Drogenkriminalität teilweise erfolgreich bekämpfen und die Sicherheitslage im Land verbessern. Doch auch wenn Kolumbien einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, herrscht noch immer eine starke soziale Ungleichheit.

In den großen Städten Kolumbiens gehören Kinder und Jugendliche, die auf der Straße leben, zum Stadtbild. Sie werden kaum wahrgenommen und sind sich selbst und ihrem Schicksal überlassen. Häufig verlieren die Straßenkinder den Kontakt zu ihren Familien und gehen nicht mehr zur Schule. Viele beginnen, Drogen zu nehmen.

Schutz für junge Menschen

Im Internat auf dem Gelände der Ciudad Don Bosco wohnen 250 ehemalige Straßenkinder und Kinder sowie Jugendliche in Risikosituationen im Alter von acht bis achtzehn Jahren, die aus einem gewalttätigen Umfeld kommen. In der Ciudad Don Bosco erhalten die jungen Menschen Schutz, umfassende Versorgung und die Chance, eine Schul- und Berufsausbildung zu absolvieren. Aber auch Mädchen und Jungen von außerhalb kommen täglich hierher, um am Schulunterricht und Ausbildungsangebot teilzunehmen. Neben einem vielseitigen Bildungsangebot ist auch die Freizeitgestaltung ein fester Programmpunkt in der Ciudad Don Bosco. Die Salesianer wissen um die Bedeutung von Sport und Spiel für die Resozialisierung und bieten den Kindern und Jugendlichen ein umfassendes Ferienangebot.

Neben den Einrichtungen für ehemalige Straßenkinder und Kindern mit familiären Gewalterfahrungen, gehört auch ein Internat für ehemalige Kindersoldaten zur Ciudad Don Bosco. Viele Straßenkinder wurden von bewaffneten Gruppen mit Gewalt zu Kämpfern gedrillt. Andere schlossen sich aus Mangel an Perspektiven und angelockt von falschen Versprechungen von Geld und Bildungsmöglichkeiten freiwillig der Guerilla an. Sie lernten zu gehorchen – und zu töten. Viele Mädchen wurden Opfer sexueller Gewalt. Mit Hilfe der Psychologen und Psychologinnen sowie Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen der Ciudad Don Bosco gelingt es den meisten Kindern, Sprachlosigkeit und Scham zu überwinden, zu lernen, mit ihren Traumata umzugehen und, wenn von den Jugendlichen gewünscht, einen neuen Kontakt zu Eltern und Geschwistern aufzubauen.

Neue Identität

Alle Absolventinnen und Absolventen des Schutz- und Rehabilitierungsprogramms erhalten nach Abschluss zu ihrem Schutz eine neue Identität, um nicht von den bewaffneten Gruppen aufgespürt, entführt und/oder getötet zu werden. Da die Kinder und Jugendlichen teilweise viele Jahre in den Guerilla-Truppen verbracht haben, verfügen sie über einiges an Wissen, was den Truppen gefährlich werden könnte.

Mit Ihrem Engagement sorgen Sie dafür, dass ehemalige Straßenkinder und Kindersoldatinnen und -soldaten in der Ciudad Don Bosco umfassend versorgt werden. Die Salesianer Don Boscos legen zudem besonders viel Wert auf die psychologische Betreuung der Kinder sowie auf ein familiäres Umfeld, in dem sie Liebe und Fürsorge erfahren.

Das Projekt im Überblick

Projekt: Ganzheitliche Förderung der jungen Menschen in der Ciudad Don Bosco, Medellín, Kolumbien

Ziel: Versorgung, Bildung und Betreuung von ehemaligen Straßenkindern, Kindern in Not und ehemaligen Kindersoldat/innen

Zielgruppe: Ehemalige Straßenkinder, junge Menschen in Not, ehemalige Kindersoldat/innen

Träger/Einrichtung: Ciudad Don Bosco, Barrio Robledo Aures, Medellín/Kolumbien

Einzugsgebiet der Maßnahmen: Metropolregion Medellín, Antioquia

Zahl der betreuten jungen Menschen: insgesamt 1.000 in verschiedenen Schul-, Ausbildungs-, Schutz- und Sozialprogrammen

Zeitraum: laufende Förderung

Fördersumme: 18.000 Euro

Status und Erfolge:

Seit vielen Jahren sorgt die Einrichtung dafür, dass Kinder versorgt, betreut, gefördert und begleitet werden. Es gibt viele bedarfsgerechte Projekte und Programme für unterschiedliche Zielgruppen. Das Ziel aller Angebote ist es, die jungen Menschen für das Leben stark zu machen.

Konkrete Beispiele für Kosten: Verpflegung im Internat ca. 7,5 Euro/Tag/Person (drei Mahlzeiten und zwei Snacks), Ausbildungskosten ca. 40 Euro/Monat (18 Monate Ausbildung)